Turnier-Spielmodus
  Dresdner System

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Historie

Der Spielmodus Dresdner System wurde beim Bundesoffenen Turnier der Hochschulen (BOT) in Dresden im Jahr 1998 verwendet. Seitdem fand dieser Spielmodus auch bei anderen BOT (z. B. in Paderborn 2001, Dresden 2005, Konstanz 2006, Heidelberg 2010) Anwendung.


Prinzip

Es wird eine Vorrunde mit Punkten ausgetragen, womit eine Vorrunden-Tabelle aufgestellt wird, die die Basis für die Endrunden-Aufstellung ist. Das Prinzip der Vorrunde ist ein Kompromiß zwischen den häufig verwendeten Gruppen- und Jeder-gegen-Jeden-Spielmodi. Hier gibt es keine Gruppen und es spielt auch nicht jeder gegen jeden. Jedoch gibt es so etwas wie Untergruppen, die sich überschneiden.

Spielplan-Uhr Zum Prinzip werden erstmal zwölf Mannschaften angenommen (darunter macht es meist auch schon wieder Sinn, im Jeder-gegen-Jeden-Modus zu spielen). Die Mannschaften werden als Ziffern einer Uhr angeordnet. Jede Mannschaft spielt gegen die drei Mannschaften, die entgegen dem Uhrzeigersinn folgen, und gegen die drei Mannschaften, die mit dem Uhrzeigersinn folgen. D. h. die Mannschaft an der Ziffern-Position 12 spielt gegen die Mannschaften an Position 9, 10 und 11 sowie an Position 1, 2 und 3. Das gleiche Prinzip gilt für die Mannschaften an den anderen Ziffern-Positionen.

Dadurch entstehen Untergruppen, die sich überschneiden. Die Mannschaften einer Schnittmenge zweier Untergruppen spielen also jeder gegen jeden. Das können wir uns veranschaulichen, wenn wir uns die Untergruppen für die Ziffern 12 und 2 anschauen. Für die Ziffer 12 hatten wir bereits die Mannschaften 9, 10, 11, 12, 1, 2 und 3; für die Ziffer 2 finden wir die Mannschaften 11, 12, 1, 2, 3, 4 und 5. Die Schnittmenge daraus sind die Mannschaften an den Ziffern 11, 12, 1, 2 und 3, die letztendlich jeder gegen jeden spielen.

Ist diese Spielmodus-Uhr einmal rundherum gelaufen, hat man ein Vorrunden-Ergebnis bekommen, das repräsentativ für die teilnehmenden Mannschaften ist (pseudo-jeder-gegen-jeden). In der Realität werden die Spiele natürlich anders angeordnet als in der Reihenfolge der ablaufenden Uhr, damit einige Mannschaften nicht gleich zweimal hintereinander spielen müssen.

Achtung: Es ist wichtig, beim Setzen der Mannschaften im Kreis darauf zu achten, daß die Spielstärken gleichmäßig verteilt werden. Sind in einer Hälfte nur die starken und in der anderen Hälfte nur die schwachen Mannschaften, wird das Ergebnis nicht repräsentativ sein. Eine Lösung ist z. B. die Ergebnisse des Turnieres (z. B. BOT) aus dem Vorjahr zu nehmen und die vier besten Mannschaften auf die Positionen 3, 6, 9 und 12 einer Uhr zu setzen.

Für die Endrunde kann man sich zwischen zwei Varianten entscheiden:

  1. Die Vorrunden-Tabelle wird in drei Gruppen aufgeteilt, deren Mannschaften in der Endrunde um die vier letzten, die vier mittleren und die vier vorderen Plätze spielen (analog zum bekannten Gruppen-Spielmodus).
  2. empfohlen! Es spielt die Letztplatzierte gegen die vorletzte Mannschaft, der Sieger spielt danach gegen die Mannschaft davor; der Sieger dieses Spieles spielt wieder gegen die davor platzierte usw. So hat eine schlecht platzierte Mannschaft die Chance, sich noch weiter zu verbessern. Theoretisch wäre es möglich, daß eine Mannschaft so mehrere Spiele hintereinander spielen muß. Doch sind durch die Vorrunde keine großen Leistungsunterschiede zwischen aufeinanderfolgenden Platzierungen entstanden, wie es bei dem gewöhnlichen Gruppenspielmodus oft der Fall ist, so daß es sehr selten vorkommt, wenn eine Mannschaft drei Spiele hintereinander spielen muß.
    Beim BOT 2005 in Dresden hatte es Nürnberg/Erlangen durch sechs Spiele hintereinander vom sechsten Platz bis auf den ersten Platz geschafft. In Konstanz 2006 kämpfte sich Darmstadt von Platz zehn auf Platz sieben vor (vier Spiele hintereinander).

Das Prinzip kann man sich an dem Beispiel-Spielplan noch einmal verdeutlichen.

Dieser Vorrunden-Modus funktioniert auch mit einer anderen Anzahl von Mannschaften.


Vorteil

  • repräsentatives Vorrunden-Ergebnis in vertretbarer Zeit trotz vielen Mannschaften
  • keine Gruppen-Aufteilung nötig

Spielplan

Es gibt den Spielplan als Tabellen-Dokument für OpenOffice und Excel. Darin werden die Vorrunden-Ergebnisse berechnet und die Aufstellung der Endrunde automatisch durchgeführt. Die Dateien sind frei verfügbar und können nach Belieben modifiziert werden. Über Rückmeldungen, sei es zu Erfolgen, Fehlern oder Problemen, bin ich sehr dankbar.

Ausschluß jeder Gewährleistung! Bitte testet den Spielplan vor der Benutzung auf einem Turnier. Ich kann Fehler nicht ausschließen und übernehme dafür auch keine Haftung!

  • Spielplan für zwölf Mannschaften (Excel)
  • Spielplan für zwölf Mannschaften (OpenOffice)
  • Spielplan für elf Mannschaften (Excel)
  • Spielplan für elf Mannschaften (OpenOffice)
  • Beispiel eines Turnieres mit zwölf Mannschaften

Rückmeldungen bitte an email




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